Zukunftswerkstatt für Halles Süden

 

6. Februar 2017
Sekundarschule Halle-Süd, Kurt-Wüsteneck-Straße, Turnhalle, 06132 Halle

 

Am 6. Februar 2017 wurde in der Turnhalle der Sekundarschule Halle-Süd (Ammendorf, Kurt-Wüsteneck-Straße), die Zukunftswerkstatt für Halles Süden fortgeführt.

Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand moderierte den Abend. Keine leichte Aufgabe, denn bereits während der Präsentation der Kollegen der Stadtverwaltung machte sich zunehmend Unmut bei den Bürgern bemerkbar und der Eine und Andere konnte auch laute Zwischenrufe nicht vermeiden.

Spätestens in der Diskussion fanden die Bürger neben Fragen auch klare Worte um deutlich zu machen, dass sie teils seit 20 Jahren immer wieder vertröstet und mit Prüfungszusagen hingehalten werden. Denn die "Zukunftswerkstatt" ist keine Erfindung von heute und so mancher Bewohner von Halles Süden hat die gleichen Fragen und Antworten schon bei der ersten Zukunftswerkstatt einige Jahre vorher gehört.
 
Ein kurzer Rückblick:
Beispielsweise am 07.12.1993 bei der Einwohnerversammlung im "Rattenschlösschen" mit dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Klaus Rauen. Dieser überzeugte sich bereits im Januar 1994 vom schlechten Zustand der Straßen und Wege in der Heimstättensiedlung und versprach finanzielle Hilfe.
 
Ebenso gab es Diskussionen über die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Halle mit Herrn Wetzel (Ordnungsamt), Herrn Riesebeck (Polizeirevier Silberhöhe) und Herrn Schuster (Umweltaufsicht) am 19.04.1994.
 

Schließlich vermerkt die Ammendorfer Chronik (J. Lange) für den 24. September 1996:
 

"Einwohnerversammlung in der Heimstättensiedlung.

Die Lärmbelästigung der Anwohner der Alfred-Reinhardt-Str. ist durch den Straßenverkehr
(Containerfahrzeuge) unzumutbar. Der Planungsdezernent Herr Dr. Busmann und der
Innendezernent Roscher versprachen Abhilfe durch das Öffnen der Jonny-Scheer-Str."

 

Vor allem bezüglich des LKW-Verkehrs in der Regensburger Straße, damit verbunden einer Umgehungsstraße und Nachtfahrverbot, der Fluthilfe für die Einwohner von Planena, die seit 2016 unerfüllt bleibt, und nicht zuletzt der fehlenden Breitbandanbindung, die mit unterschiedlichen Aussagen auf bis zu 5 Jahre in die Zukunft geschoben wird, waren Dr. Wiegand und seine Kolleg(inn)en die Antworten und Lösungen schuldig geblieben.

Die Worte: prüfen, ob, vielleicht, eventuell, waren ein wenig zu oft vertreten.

 

Nur ein kleiner Trost, aber dennoch genauso wichtig waren die Punkte, die aufhorchen lassen:
  • Die Spielplätze in Halles Süden werden instand gesetzt und in der Heimstättensiedlung wird mit Hilfe der Bürger in einem gemeinsamen Projekt ein neuer Spielplatz errichtet.
  • Das ehemalige Rathaus von Ammendorf (einst Schule und Rathaus), ist unter dem Hammer. Ein Investor wird Wohnmöglichkeiten schaffen.
  • Das ehemalige Straßenbahndepot, der Betriebshof Ammendorf, wird zu einem Nahversorgungszentrum umgestaltet.
  • Das Wassersportzentrum Osendorf wird wieder aufgebaut.
  • Die Vorderhaus der Grundschule Radewell wird saniert. 2018 zieht dort vorübergehend die Friedenschule ein, damit diese ebenfalls saniert werden kann.
  • Ausgewählte Straßen, vor allem in der Heimstättensiedlung, werden instand gesetzt.
  • Der Lärmschutz wird wieder aufgenommen, nachdem sich die Bedingungen durch Abriss einiger (bisher "schützender") Häuser geändert haben. Ein Gutachten ist beauftragt.

 

Die Stadt selbst gibt sich nun ein weiteres Jahr für Erwägen, Prüfen, Besichtigen und vielleicht Beschließen.

 

Weitere Informationen zu den angedachten Maßnahmen finden sich auch im aktuellen 3. Amtsblatt vom 08.02.2017.

 

 Zaida Grigull